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Wein des Monats März 2013 – eine sensationelle Preis-Leistung!

2011 Riesling trocken “Alter Reben” €6,50 von Sebastian Schneider

Der Mittelrhein ist ein kleines und immer noch unbekanntes Weinbaugebiet, obwohl es auch der romantische Teil des Rheintals ist, der seit Anfang des 19. Jahrhunderts Dichter und Maler inspiriert (und noch dazu ein UNESCO Welterbe dazu!). Noch wichtiger für Weinfreunde ist die Tatsache, dass genau wie an der Mosel hier Steillagen mit Schieferböden in einem engen und geschwungenen Tal vorherrschen; optimale Voraussetzungen für die Erzeugung von schlanken, rassigen und aromatischen Riesling-Weinen. Der Mangel an Reputation führt zu zahlreichen Weinen mit sehr guter Preis-Leistung, aber mein aktueller Wein des Monats kostet nur €6,50 ab Hof und stellt damit eine geradezu sensationelle Preis-Leistung dar! Er duftet nach reifen Pfirsichen und Mandarinen, hat eine feine Würze, ist geschmeidig und endet mit einer beachtlichen mineralischen Frische. Er schmeckt tatsächlich nach dem doppelten oder mehrfachen Preis! Es steht nicht auf dem Etikett, aber der Wein stammt aus Oberheimbach bei Bacharach. In Bacharach sitzen die zwei etablierten Spitzenweingüter des Mittelrhein, Toni Jost und Ratzenberger, deren Weine inzwischen etwas teurer sind. Sebastian Schneider fing 2006 an, sein Weingut als Start-Up aufzubauen, inzwischen bewirtschaftet er 2,3 Hektar. Daher sind die Mengen klein und manche Weine schnell ausverkauft, aus welchem Grund ich ausnahmsweise eine eindeutige Empfehlung gebe: KAUFEN!

€6,50 von

Sebastian Schneider – das Weingut

Markenweg 8

53557 Bad Hönningen/Mittelrhein

Tel.: (49) / (0) 2635 / 3116

E-Mail: s.schneider@schneider-das-weingut.de

Internet: www.schneider-das-weingut.de

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Wein des Monats Dezember 2012

2012 Riesling „Visión“ von Cono Sur für Euro 13,30

Was zum Teufel tut ein chilenischer Riesling als Wein des Monats bei mir kurz vor Weihnachten? Kaum jemand kennt die Riesling-Weine Chiles, und wer einen probiert, sagt meist, „nicht schlecht, aber schmeckt wie viele andere Übersee-Rieslinge“. Das ist auch oft so. Dieser ganz trockene, saftige Wein, mit Aromen nach reifer Ananas, Rhabarber und Limette ist der erste, der mich richtig begeistert. Wer glaubt, Übersee-Rieslinge seien prinzipiell schlaffe Weichlinge, liegt hier ganz falsch. Diese Einzellagen-Abfüllung aus dem Bio-Bio-Gebiet 500 Kilometer südlich von Santiago besitzt eine mutige Säure, durch die er enorm erfrischend schmeckt statt grob oder kratzig. Kein Wunder, daß Chile inzwischen immerhin 333 Hektar Riesling hat, mit steigender Tendenz. Die Riesling-Welt wird immer vielfältiger. Frohe Weihnachten!

 

2012 Riesling „Visión“ von Cono Sur gibt es für Euro 13,30 von Mövenpick

Tel.:  (49) /0 231 6 18 57 20

Netz: www.moevenpick-wein.de

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Wein des Monats November 2012

2011 Rivaner von Karl H. Johner für € 8

Was zum Teufel ist das? Ein Rivaner als Wein des Monats auf STUART PIGOTT RIESLING GLOBAL statt ein Riesling? Rivaner ist ein Pseudonym für Müller-Thurgau und MT gehört eindeutig zum feindlichen Lager, oder? OK, MT hat einen ziemlich schlechten Ruf wegen eines wahren Meeres an süßen, banalen Weinchen – Liebfraumilch & Co – die daraus während der 1970er and ’80er erzeugt wurden. Damals hat die Kombination der MT-Genetik mit gehörigen Mengen Stickstoff-Dünger zu enormen Erträgen und extrem niedrigen Preisen geführt. Der Name Rivaner wurde in den 1980ern eingeführt, um die Sorte neu zu positionieren, bzw. sie aus dem Schlamassel zu befreien.

Karl Heinz Johner, der 1985 Deutschlands erstes Garagen-Weingut in Bischoffingen/Baden gründete, war einer der ersten, der nicht nur den neuen Namen benutzte, sondern auch den MT als Wein neu erfand. Durch kleinere Erträge, vollreife Trauben und den Ausbau im Barrique-Fass schuf er eine Art Anti-MT geschaffen. Bei der ersten Begegnung vor 25 Jahren war ich ziemlich baff. Letztendlich war dieser Wein die allererste Inspiration für mein Weinbau-Experiment 2009, als ich zehn MT-Rebzeilen im Taubertal von Christian Stahl, Winzerhof Stahl in Auernhofen/Franken auslieh und selber bewirtschaftete.

Der trockene 2011 Rivaner von den Johners hat kaum etwas von der „typischen“ Muskatnote der Sorte, sondern ist von cremigen Hefearomen und einem Hauch Vanille geprägt – er schmeckt heutzutage wesentlich weniger eichenbetont als vor 25 Jahren. Mit 13,5% Alkohol ist er durchaus voll und sanft, aber auch belebend, ein toller Herbstwein und vielseitiger Essensbegleiter. Gratulation an Patrick Johner, der die Innovation seines Vaters erfolgreich weiterentwickelt hat. Übrigens: die Website ist einen Besuch wert.

2011 Rivaner ist € 8 ab HofWeingut Karl H. Johner

Gartenstraße 20

79235 Vogtsburg-Bischoffingen / Baden

Tel.: (49) / 0 7662 / 6041

E-Mail: info@johner.de

Web: www.johner.de

 

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Wein des Monats Oktober 2012

2011 Riesling “SPONTAN” von Lubentiushof für € 9,50

Anderswo auf dieser STUART PIGOTT RIESLING GLOBAL stelle ich bohrende Fragen und suche hartnäckig nach Antworten, aber hier schieße ich aus der Hüfte und versuche dabei die Faktoren Qualität, Preis-Leistung und Interesse im Auge zu behalten. Der neue Wein des (noch) recht unbekannten Terrassenmosel-Winzer Andreas Barth, Riesling „SPONTAN“, punktet bei allen drei Faktoren. So interessant wie dieser Wein ist, wer sich beim Mosel-Riesling nicht auskennt, könnte hier einen ziemlichen Schock erleben; er riecht ziemlich hefig und für manche Weintrinker ist das unangenehm. Für Moselsüchtige wie mich ist es nur das Funkige eines noch jugendlichen Weins, der im Keller nicht unnötig manipuliert wurde. In Verbindung mit wunderbaren Aromen wie hier (schwarze Johannisbeeren und weiße Pfirsiche) ist es für mich einfach funkadelic! Dieser Wein ist trocken und schmeckt trotzdem wunderbar saftig, spritzig und ungemein erfrischend. Er kurvt mit einer gefährlichen Geschwindigkeit aus der Flasche ins Glas und von direkt in den Mund; Qualität! Der Preis ist auch sehr fair, wenn er von Heymann-Löwenstein käme (der unangefochtenen Nummer Eins der Terrassenmosel), wäre er deutlich teurer.

Der Name ist ein Wortspiel und steht auch für Spontangärung (kurz und umgangssprachlich „Sponti“), also der Vergärung des Weins ohne Zusatz von gezüchteten Hefen (Fachbegriff: Reinzuchthefe) in getrockneter Form aus der Tüte. Gezüchtete Hefen sind genetisch homogen und daher recht voraussehbar in ihrem Verhalten. Leider sind viele Weine, die mit Reinzuchthefe gären,auch recht voraussehbar im Geschmack. Andererseits glauben viele Weintrinker , dass bei der Spontangärung jede Partie Trauben mit der speziellen Hefe-Rasse des Weinbergs gärt, in dem sie gewachsen sind, aber die mikrobiologische Wahrheit im Keller sieht meist ganz anders aus. Wenn Spontangärung so toll funktioniert wie bei diesem Wein, dann hat der Keller im allgemeinen eine eigene Hefeflora entwickelt – nach dem Prinzip die stärkeren setzen sich durch. Diese spezifische Hefekultur ist dann auch verantwortlich für einen Teil der „Handschrift des Winzers“. Bei Andreas Barth kommen dazu reife, saubere Riesling-Trauben, ein Minimum an Technik und ein Maximum an Geduld, so ist dieser Wein entstanden. Übrigens, das coole Etikett gefällt mir auch!

2011 Riesling “Spontan” ist € 9,50 ab Hof von

Susanne & Andreas Barth

Kehrstrasse 16

56332 Niederfell / Terrassenmosel

Tel.: (49) / 0 2607 / 8135

E-Mail: weingut@lubentiushof.de

Web: www.lubentiushof.de

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Wein des Monats September 2012

Elbling Crémant von Stephan Steinmetz für € 9,-

Riesling ist die traditionelle Traubensorte an der Mosel, oder? Nein. Riesling ist seit vielen Jahrhunderten eine wichtige Traube für den Weinbau an der Mosel und seit dem späten 18. Jahrhundert die dominante Sorte in den Weinbergen der berühmten Weinbaugemeinden des Gebiets. Aber das geschah durch Verdrängung des Elblings. Er wächst an der Obermosel (oder Südlichen Wein-Mosel, wie sie sich jetzt nennt), seitdem die alten Römer ihn vor knapp zweitausend Jahre mitbrachten. Wenn man den Elbling Crémant von Stephan und Petra Steinmetz aus Wehr kostet, begreift man ganz schnell, warum das so ist. Mit dezenten Aromen nach Apfel und Zitrus, moderatem Zuckergehalt (was zu einem moderaten Alkoholgehalt im Wein führt) und ausgeprägter Säure ist die Traube geradezu prädestiniert für die Schaumwein-Erzeugung. Die zweite Gärung und die darauf folgende Lagerung auf der Hefe in der Flasche (die sogenannte Champagner-Methode) kitzeln einen ganzen Strauß von weiteren Aromen aus dem Elbling – in diesem Fall Erdbeeren und Weißbrot – und führen zu einer Kremigkeit, die die Säure des Weins wunderbar balanciert. Der Alkoholgehalt von nur 11,5% unterstreicht die leichtfüßige und heitere Art der Bubbles. Dagegen schmecken die meisten „billigen“ Champagner, die eigentlich überhaupt nicht billig sind, eher klotzig.

Es ist der Muschelkalkboden an der Südlichen Wein-Mosel – flussaufwärts von der Mündung der Saar in die Mosel gibt es keinen Schiefer und kaum noch Riesling – der diesen tollen Schaumwein ermöglicht. Er hilft Stephan und Petra Steinmetz auch, einen beeindruckenden Spätburgunder-Rotwein zu erzeugen – aber davon ein anderes Mal.

Der Elbling Crémant kostet € 9 von

Stephan & Petra Steinmetz

Am Markusbrunnen 6

54439 Wehr / Südliche Wein-Mosel

Tel.: (49) / 0 6583 / 2 34

E-Mail: info@stephan-steinmetz.de

Web: www.stephan-steinmetz.de

 

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Wein des Monats August 2012

2011 Lagrein Rosé

Schreckbichl

7,90

Beim ‘Wein Lab No.13′ am 6. August (eine wohltätige Veranstaltung für Wein hilft – siehe www.weinhilft.de – die ich seit einigen Jahren mit Hammers Weinkost in Berlin organisiere) habe ich mit Hilfe einer Gruppe Berliner Weinfreunde und Fachleute nach dem weltbesten Roséwein gesucht. Der offizielle Sieger der Blindprobe war der 2011 Montfort Spätburgunder BA von Klostermühle Odernheim in Odernheim/Nahe – ja, ein edelsüßer Rosé hat tatsächlich die ganzen trockenen Weine geschlagen! So wunderbar balanciert wie der Wein ist, schmeckt er aber einfach zu süß und zu konzentriert, um sommerliche Erfrischung zu bieten. Mein persönlicher Favorit in dieser Richtung war der 2011 Lagrein Rosé von der Winzergenossenschaft Schreckbichl in Südtirol. Er hatte zwar eine fast rotweinartige Farbe, aber die strahlenden Beerennoten, Saftigkeit und Schmelz waren nicht weniger überzeugend als die große Frische des Weins. Für einen Roséwein mit so viel Geschmack ist er moderat im Alkohol (12,5%) und bietet eine sehr gute Preis-Leistung. Auf dass der Sommer lange weile!

Der 2011 Lagrein Rosé von Schreckbichl kostet €7,90 bei

www.belvini.de

 

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Wein des Monats Juli 2012

 2011 „Steinwiege“ Riesling trocken

Schnaitmann

8,60

Württemberg? Muss das sein? Oft ist das die Reaktion auf eine Empfehlung wie diese. Immer noch gilt Württemberg unter „Kennern“ als zweitklassig oder drittklassig hinter den klassischen Riesling-Weinanbaugebieten Mosel, Nahe und Rhein. Aber der Große Gott des Weins hat nicht befohlen, dass die Weine meiner Lieblingstraube nur in diesen drei heiligen Tälern zur Vollendung gelingen dürfen. Es gibt viele andere Orte in Deutschland und auf Planet Wein, wo Riesling großartig schmecken kann, auch in Württemberg. Voraussetzung ist, daß Boden und Klima geeignet sind und der Winzer/die Winzerin Anbau und Ausbau an genau diese Bedingungen anpaßt.

Genau das hat Rainer Schnaitmann ab 1997 getan, nachdem er sein Studium auf der „Wein-Uni” in Geisenheim abgeschlossen hatte und aus der Winzergenossenschaft Fellbach ausgetreten ist. Die Erzeugung großartiger Rotweine und aufregender Sauvignon Blanc hat er schnell geknackt, jetzt hat er auch den Riesling genial gut im Griff. Dieser neue Wein hat genauso viel Rasse und mineralische Würze wie die besten Gewächse aus den heiligen Riesling-Tälern: Wild Thing, you make my heart sing!

 Der 2011 „Steinwiege“ Riesling trocken ist € 8,60 von

Weingut Rainer Schnaitmann

Untertürkheimer Strasse 4

70734 Fellbach/Württemberg

Tel.: (49) / 0 711 57 46 16

Email: info@weingut-schnaitmann.de

Web: www.weingut-schnaitmann.de

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Wein des Monats Juni 2012

2011 Saar Riesling trocken von Dr. Wagner für 7,40

Herbst 2011: Show-down an der Saar! Jungwinzerin Christiane Wagner hat ihre erste Solo-Weinlese in den Weinbergen ihrer Familie in Saarburg und Ockfen durchgeführt und ihren ersten Solo-Jahrgang im Keller ausgebaut, nach zwei Jahren Team-Arbeit mit ihrem Vater Heinz. Wie hat sie es angepackt? Sie sprang auf ihren Traktor, fuhr die goldgelben Trauben nach Hause, kelterte sie und füllte ihre Holzfässer mit sauberen Mosten, aus denen mit die besten Riesling-Weine der Saar entstanden sind. Wunderbar ist es wie selbst der einfachste davon, der 2011 Saar Riesling trocken, mehr als gelungen. Er duftet nach Apfelblüte und frischem Zitronensaft. Trotz ganz ordentlichem natürlichen Säuregehalt (wie sich dies für einen guten Saar-Riesling gehört) schmeckt der Wein zugleich sehr saftig und fast seidig. Der Sommer des Rieslings kommt bald!

Der 2011 Saar Riesling trocken ist € 7.40 ab Hof von

Weingut Dr. Wagner

Bahnhofstraße 3

54439 Saarburg/Saar

Tel: (49) / 0 6581 2457

Email: drwagner@t-online.de

Web: www.weingutdrwagner.de

 

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Wein des Monats Mai 2012

R8“

Simply Wine

9,90

„Wow! Er duftet nach Schiefer…und nach Muschelkalk…und nach viel mehr…“ sprudelte aus dem Mund des deutschen Jungwinzers neben mir am Tisch. Er hat den Wein vollkommen blind verkostet und hatte mit allen seinen Beobachtungen vollkommen recht! Weine, die auf Schiefer, Muschelkalk und einer ganzen Reihe anderen Böden gewachsen sind, gelangen ins Glas und aus dem Glas sind Aromen in alle mögliche Richtungen, wie ein im Himmel explodierendes Feuerwerk, geschossen. Er hatte gerade den neuen Jahrgang eines einmaligen deutschen Weißweines namens „R8“, bzw. R hoch 8, erlebt.

Vor einigen Jahren her hat die Jungwinzergruppe Simply Wine, damals mit 8 Mitglieder, den ersten R8 aus einem trocknen Riesling pro Mitglied zusammengestellt. Die Idee kam von mir und erschien auch mir als fragwürdig. Groß war die Überraschung bei den ersten Versuch Riesling-Weine aus so unterschiedliche Terroirs, Klimazonen, Kellern und 5 Weinbaugebieten zusammen zu fügen. Das Ergebnis schmeckte komplex und harmonisch! Die bisherigen Jahrgänge des R8s waren spannende Weine, aber der 2011er – als schlichter „Deutscher Wein“ darf er weder Jahrgang noch Rebsorte tragen – ist mit Abstand der Beste dieser gewagten Kreationen. Was ist das Geheimnis des bahnbrechenden Multi-Terroir-Weins? Sicherlich ist ein besonderen Aspekt des 2011ers der trockene Müller-Thurgau vom neusten Mitglied der Gruppe, Christian Stahl in Auernhofen/Franken im Mix. Aus 8 sind 9 geworden und der neue R8 ist aus 9 hochindividuellen Weinen entstanden. Das war das Einzige, was mein Jungwinzer Freund, der den neuen R8 blind verkostete nicht heraus riechen oder schmecken konnte!

PS Christian Steitz (siehe unten) war die Quelle der Riesling vom Porphyr in R8

„R8“ von

Christian Steitz

Weingut Steitz

Mörsfelder Strasse 3

55599 Stein-Bockenheim/Rheinhessen

Tel: (49) / 0 6703 9 30 80

Email: christian@weingut-steitz.de

Web: www.simply-wine.eu

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Wein des Monats April 2012

Die unschlagbare krystalline Kraft des Nahe-Rieslings!

2011 Riesling trocken

Karlheinz Schneider u. Sohn

€ 5,50

Journalisten und Kritiker reden und schreiben dauernd von „mineralischem“ Wein aber wie tatsächlich riecht oder schmeckt das? Für manche meiner Kollegen ist mineralisch im Wein gleichbedeutend mit ausgeprägter Säure, während andere nach besonderen „Stinkern“ suchen (die meist von der Gärhefe stammen aber manchmal ihren Ursprung auch in der Vermehrung anderer, weniger lustiger Mikroorganismen haben). Für mich ist mineralisch eine ganze Geschmacksfamilie, die immer leicht salzig ist, aber nie einfach nur wie Tafelsalz schmeckt. Das ist am besten durch ein Beispiel erklärt, und was für ein besseres Beispiel gäbe es als diesen trockenen Riesling von talantierem Jungwinzer Andi Schneider in Bad Sobernheim an der Nahe, der für mich super-mineralisch schmeckt und dazu eine super Preis-Leistung darstellt. Dieser strahlende Riesling ist auf quarzit- und schieferhaltigen Böden gewachsen, und man glaubt fast, die Kristallstruktur dieser Gesteine herausschmecken zu können. Im Duft gibt es auch eine feine Kräuternote, und das Gesamtergebnis ist gefährlich erfrischend. Wer keine Zitrone mag oder allergisch auf Säure reagiert, wird diesen „Bladerunner-Riesling“ aber vermutlich nicht mögen. Für meinen Geschmack hingegen ist er kompromisslos gut!

2011 Riesling trocken von

Weingut Karlheinz Schneider u. Sohn

Meddersheimer Straße 29

55566 Bad Sobernheim/Nahe

Tel: (49) / 0 6751 25 05

Email: wgt-schneider@t-online.de

Web: www.weingut-schneider.com

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