Mein Weintelegramm 118

ich berichte zwar „nur“ über Wein, aber immer wieder führt eins zum anderen, und plötzlich bin ich ganz weit weg von zu Hause und von meinem theoretischen Thema +++ ich bin gerade rechtzeitig zurück aus Nordungarn und dem angrenzenden Burgenland in Österreich (das bis 1920 Deutsch West-Ungarn hieß) für die Pressekonferenz für WEINWUNDER DEUTSCHLAND am Montag, den 20. Dezember, mittags im Theater Oblomov im Glockenbackviertel von München +++ das scheint vielleicht ein wenig knapp, wenn man bedenkt, dass die erste Sendung um 16:30 Uhr am Samstag, den 25. Dezember auf BR3 (auch auf www.br-online.de) ausgestrahlt wird, aber den Zeitungsjournalisten und Bloggern läßt es mehr als genug Zeit, um uns zu verdammen oder bejubeln, ganz wie sie es für richtig halten +++ unsere Verkostungstour hatte die Rotweine der einheimischen Rebsorte Kékfrankos als Hauptthema, die in Österreich Blaufränkisch und in Deutschland Lemberger heißt +++ entlang des Kékfrankos-Weg haben wir so viele andere Sachen wie nur möglich mitgenommen, und am Ende der genialen Verkostung bei der Wiener Fleischerei Thum (siehe www.thum-schinken.at) kurz vor unserem Rückflug hatte ich Angst, durch übertriebenen Konsum von Fleisch, Speck, Schinken und Wurst aus dem ungarischen Mangalitza-Schwein mich selber in solch ein Borstenvieh zu verwandeln (siehe erstes Bild)! +++ unsere Kékfrankos-Tage wurden von Zoli Heimann vom Weingut Heimann in Szekszárd organisiert, das mit einem sehr eleganten Einzellage-Kékfrankos 2008 aufwarten kann (siehe Foto und www.heimann.hu)

+++ leider werden die meisten der besten neuen ungarischen Weine in Mini-Auflagen erzeugt, und viele davon verschwinden in einem Netzwerk von einheimischen Weinfreunden rund um den Unternehmer, Winzer und Weinhändler József Szentesi (siehe www.kezmuvesborok.hu) +++ die Weine von Franz Weninger Jr. in Sopron bieten eine seltene Gelegenheit, authentische ungarische Kékfrankos zu erleben, und sein 2009 aus der Spitzenlage Spern Steiner wird vermutlich für großes Staunen sorgen, wenn er auf den Markt kommt +++ wie lange dauert es, bis Ungarn dem Burgenland Paroli bieten kann ? +++ unsere letzte Weinverkostung bei Moric (Roland Velich) in Grosshöflein machte klar, wie neu die burgenländische Blaufränkisch-Revolution ist +++ eigentlich begann es mit dem Jahrgang 2002 vom Neckenmarkt „Alte Reben“ von Moric; heute ein Kultwein, der von allen Schwergewichten des internationalen Weinjournalismus gelobt wird +++ erfreulicherweise ist der große und wohlverdiente Erfolg Roland Velich nicht in den Kopf gestiegen und er half seiner Frau Dagmar uns ein tolles regionales Essen zu kochen +++ das letzte Foto zeigt, wie er Kürbis mit dem ungemein aromatischen Safran von Hannes Pintenitz serviert (siehe www.panonnischer-safran.at)

+++ während der nächsten Wochen, wenn WEINWUNDER DEUTSCHLAND mein schmales Gesicht, meine großkarierten Jacken und den englischen Akzent in die Wohnzimmer zahlreicher ahnungsloser Deutschen beamt, werde ich versuchen, seinem guten Vorbild zu folgen.

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