Category Archives: Wein des Monats@de

Wein des Monats: Dezember 2010

2008 Lemberger **

Weingut Kusterer

9,50

Württemberg wirbt mit der Behauptung, es sei Quelle des Weins der Kenner, aber das Problem ist, dass auf Gebietsebene dieser Slogan glatt gelogen ist. Nur wenige Betriebe wie Aldinger und Schnaitmann in Fellbach haben es geschafft, die auswärtigen Kenner richtig zu überzeugen. 93% der deutschen mit Lemberger bepflanzten Weinberge liegen in Württemberg. Zusammen mit der ausgeprägten Würze und Säurefrische der Sorte macht ihn das zur wichtigsten Rotweinspezialität des Gebiets. Leider hilft das wenig, weil Lemberger-Rotwein außerhalb des Ländles wenig bekannt und uncool ist. Aber es ist immerhin der Grund dafür, daß solch ein beeindruckender Wein wie Hans und Monika Kusterers 2008 Lemberger ** eine tolle Preis-Leistung bietet.

Mit seinen Aromen nach Holunder, schwarzem Pfeffer und Unterholz ist er ein komplexer Rotwein, mit einer wunderbaren Harmonie von großzügigen Gerbstoffen, vollem Körper und dezenter Kräuterfrische. Er schmeckt nicht wie die französischen Weine, die viele wohlhabende Kenner nach wie vor bevorzugen, aber er kann problemlos mit solchen Gewächsen konkurrieren, die doppelt und mehr kosten. Am ehesten erinnert er an manche der neuen österreichischen Rotweine aus der Blaufränkisch-Traube, die definitiv 21. Jahrhundert rotwein-cool sind. Der Witz ist, dass Blaufränkisch ein Synomym für Lemberger ist.

Und zum Weihnachtsbraten passt er ebenso gut wie die vier Spitzenrotweine aus dem Jahrgang 2007 der Kusterers: zwei feine Spätburgunder, ein super-geschmeidiger Pomerol-artiger Merlot und der elegant-herbe „Mélac“ (eine Zweigelt-Merlot Cuvée). Die sind aber nicht ganz so günstig.

Weingut Kusterer
Untere Beutau 44
73728 Esslingen/Württemberg
Tel.: 0711 / 35 79 09
E-Mail: weinwelt.hmkusterer@weingut-kusterer.de
Internet: www.weingut-kusterer.de





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Wein des Monats November 2010

2009 Riesling trocken

Weingut Christian Klein

7,50

Fruchtaromen sind jetzt mega-out, werden in der Weinszene als oberflächlich, ja nicht authentisch gewertet, als eine Art „Make-Up“,das der Winzer im Keller entfernen muss, um den wahren würzig-mineralischen Kern des Weins bloß zu legen. OM ! Mehr zu diesem hochaktuellen und grundlegenden Thema folgt in den nächsten Wochen auf dieser Seite. Die Auswirkung dieses Trends für unverschämt fruchtbetonte Weine wie Christian Kleins super-saftigen 2009 Riesling trocken ist fatal; sie zählen nicht, weil sie stilistisch nicht zum Pseudo-Zeitgeist passen !

Trotz einer Weinbergsfläche von nur 1,6 Hektar ist Klein einer der wichtigsten Aufsteiger im Großraum Traben-Trarbach, der wichtigsten Keimzelle für unkonventionelle Weinbaubetriebe an der Mosel. Seit Anfang 2008 arbeitet er drei Tage pro Woche als Weinbergsverwalter beim Weingut Daniel Vollenweider, wo er offensichtlich genauso viel gelernt hat wie auf der FH für Weinbau in Geisenheim/Rheingau. Vollenweider hat 2000 den ersten unkonventionellen Mosel-Weinbaubetrieb gegründet, und sein schneller Aufstieg zeigte, dass man weder x Generationen an Tradition noch x Hektar Schiefer-Steillagen braucht, um als Spitzenerzeuger zu gelten.

Christian Klein tritt bewusst in diese Fußstapfen, doch seine Weine haben eine eigene Prägung. Seine Lagenweine stammen alle aus der Spitzenlage Kröver Steffensberg, wobei dieser Wein an sanften Hängen wächst, deren Böden nicht ausschließlich aus Schiefer bestehen. Das macht den Wein runder, aber keinesfalls mollig. Wer noch keinen trockenen Riesling mit Pfirsichnote erlebt hat, soll unbedingt in diesen Wein beißen.

Sind bestimmte natürliche Aromastoffe wie die Norisoprenoiden der Riesling-Traube grundsätzlich nur böser Kitsch ? Das glaube ich keine Sekunde lang !

Weingut Christian Klein
Moselweinstrasse 25
54536 Kröv/Mosel
Tel.: 06541 / 83 58 33
E-Mail: info@weingut-christianklein.de
Internet: www.weingut-christianklein.de
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Wein des Monats: Oktober 2010

2009 Riesling „Weißes Rauschen“

Weingut Tesch für Die Toten Hosen

66,- für 6 Flaschen ink. Verpackung & Versand

Weißes Rauschen“, ein ebenso logischer wie rätselhafter Name für einen Weißwein mit gefährlich viel Frische. So heißt die neue Weinkreation von Martin Tesch aus Langenlonsheim/Nahe und Punk-Rock-Legende Die Toten Hosen aus Düsseldorf/NRW. „Punk und trockener Riesling, wo zum Teufel soll das hinführen ?“ schreit jemand von hinten. Ist doch klar, wo wir sonst vielleicht nicht hinkommen, zu einer unbekümmerten Freude jenseits aller engen deutschen Schubladen und Konventionen. Wodurch wird das möglich? Ein Wein aus dem „Yellow Submarine“, wie Tesch seinen Keller nennt, ein Wein, der das ganze Aromenspektrum und den Säure-Blitz der Riesling-Traube direkt in Glas, Mund und Hirn schießen läßt, ohne daß irgendwas Spießiges oder Banales dazwischen funkt. Bei der Auswahl des Weins, seiner Benennung und der Bekleidung der Flasche waren die Hosen tatkräftig dabei.

Ja, ich wollte eigentlich einen anderen Wein als Wein des Monats Oktober vorstellen (sorry, Christian, nächstes Monat bist Du dran !), dann kam ich vor wenigen Tagen zum Weingut Tesch – mir schien es, als sei ich mit dem Fallschirm hart gelandet– und obwohl es bei Dr. Tesch in den letzten zehn Jahren eine schier unglaubliche Reihe von Wein-Innovationen gab – so viele, daß ich mir keine weitere Überraschung vorstellen konnte – und da stand „Weißes Rauschen“ auf dem Tisch. Zuerst dachte ich, es handele sich nur um noch einen guten Tesch-Riesling mit einem witzigen Namen. Es stimmt, dass dieser Wein ganz trocken und ganz straight ist, wie immer beim Man-in-Black des deutschen Weins, aber das erste Riechen und Schmecken machte deutlich: hier ist ein Gewächs, dessen eigenwillige Fruchtnote (verdammt nochmal, welche Frucht ist es ???) und Weder-hart-noch-weich-Geschmack dem gleichermaßen eigenwilligen Namen entspricht.

Auf dem Rückenetikett befindet sich ein starker Text von den Hosen und auf deren Website wiederum ein ähnlich direktes Interview mit Dr. Tesch:


Weitere Information und Bestellung über www.dth.de

Nur Information:

Weingut Tesch

Naheweinstraße 99

55450 Langenlonsheim/Nahe

Tel.: 06704 / 9 30 40

E-Mail: info@weingut-tesch.de

Internet: www.weingut-tesch.de

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Wein des Monats September 2010

2009 Riesling „Scivaro“

8,- ab Hof

The Germans have long had a tendency towards absolutism and the nation’s wine freaks are becoming fixated upon the „Großes Gewächs“ wines, the new luxury category of dry German wines from the members of the VDP association. For them any wine that is less than transcendental seems worthless. This attitude is obscuring the fact that many moderately-priced German wines have great harmony, lots of character and good ageing potential. Such a wine is ex-newspaper editor Dr. Jochen Siemens’ almost dry 2009 Riesling „Scivaro“.

Aus dem Großes-Gewächs-Kult droht ein Großes-Gewächs-Wahnsinn zu werden. Heutzutage wollen die Weinfreaks der Republik nicht nur gute und charaktervolle Weine, die Freude machen, sondern sie verlangen bedeutungsschwangere große Weine als Gegenstand ikonenhafter Bewunderung. Die Großen Gewächse der VDP-Güter sowie Weine anderer Betriebe, die nach den gleichen Prinzipien in Weinberg und Keller arbeiten, spielen diese Rolle bestens und sind schon längst zum Fokus eines Kults geworden.

Manche dieser Weine sind tatsächlich grandios und ds Risiko einer wirklichen Enttäuschung hier inzwischen tatsächlich gering. Das ist wunderbar, aber manche in der Weinszene verlieren schnell an Bodenhaftung, wie folgendes Beispiel eines der führenden Weinhändler der Republik veranschaulicht: „Elementare Urgewalt trifft auf aristokratische Finesse…diese grandiose Hymne an die Transzendenz und Komplexität großer deutscher Rieslinge…“ Wir nähern uns einer Situation, in der ein Wein ohne Transendenz von vielen Insidern für völlig bedeutungslos gehalten wird.

Dann trinke ich ein Wein wie Dr. Jochen Siemens 2009 Riesling „Scivaro“ und atme wieder auf, schöpfe wieder Hoffnung. Mit 11% Alkoholgehalt und unvergorener Traubensüße, die gerade über dem gesetzlichen Maximum liegt, um sich „trocken“ auf dem Etikett zu qualifizieren, ist dies ein Riesling, der zum Trinken einlädt und die Konversation fördert. Noch ein wenig „wild“ in der Nase (von der Gärhefe geprägt) paart er jedoch schon jetzt sehr ansprechende Saftigkeit mit zartherber Kraft, die sich im Finale deutlich zeigt; hell und dunkel sind in diesem kleinen Meisterwerk bestens balanciert.

Und wer diesen Wein zu bedeutungsarm findet, dem sei der wesentlich kräftigere und würzigere 2009 Riesling „T“ aus der Lage Herrenberg von Dr. Siemens für 14 Euro ab Hof empfohlen. Aber auch er macht Spaß statt an Wagner-Opern zu erinnern!

Weingut Dr. Siemens

Römerstraße 63

54455 Serrig/Saar

Tel.: 06581 / 9 20 09 92

E-Mail: weingut@dr-siemens.de

Internet: www.dr-siemens.de

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Wein des Monats

2009 Rheingau Riesling trocken

8,- von Weingut Eva Fricke

Bisher kam der Rheingau beim Wein des Monats kaum vor, weil das Gebiet ein richtiges Talent dafür hat, einfache, säuerliche Weinchen zu übertriebenen Preisen anzubieten. „Aber der Rheingauer Riesling ist der beste Wein der Welt, oder ?“ fragte mich einmal eine wohlbetuchte „wichtige“ Frau aus Wiesbaden, was ziemlich gut erklärt, warum sich solche Weine noch halbwegs gut verkaufen. Ein bestimmtes lokalpatriotisches Publikum hat sich auf diesen Geschmack eingetrunken und an die Preise längst gewöhnt. Sie projizieren ihre Vorstellung der eigenen Wertigkeit auf ihre Lieblingsweine – Mensch und Wein gehören dann zum Besten dieser Welt.

Der 2009 Rheingau Riesling trocken ist der einfachste Wein des Mini-Weinguts von Eva Fricke, die tagsüber das 40 Hektar großes Spitzenweingut Leitz in Rüdesheim führt. Doch nichts an diesem Wein ist einfach. Schon der Duft nach Zitrone, Pfirsich und Maracuja mit zartem Hefeton ist vielschichtig, und im Geschmack ist er außergewöhnlich fein und elegant für einen Rheingauer Riesling dieser Preisklasse. Von Rhein-Main-Snobismus keine Spur.

Wer es wirklich wissen will und sich nicht vor den Kosten scheut, blecht 22 Euro für den 2009 Seligmacher Riesling von Eva Fricke. Der führt diese Weinstilistik zur Vollendung; ein großartiger und hochindividueller Rheingauer Wein.

Weingut Eva Fricke

Suttonstraße 14

65399 Kiedrich/Rheingau

Tel.: 0179 / 7 35 32 12

E-Mail: eva@evafricke.com

Internet: www.evafricke.com

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Wein des Monats August 2010

2009 Rheingau Riesling trocken
€ 8,- von Weingut Eva Fricke

Bisher kam der Rheingau beim Wein des Monats kaum vor, weil das Gebiet ein richtiges Talent dafür hat, einfache, säuerliche Weinchen zu übertriebenen Preisen anzubieten. „Aber der Rheingauer Riesling ist der beste Wein der Welt, oder ?“ fragte mich einmal eine wohlbetuchte „wichtige“ Frau aus Wiesbaden, was ziemlich gut erklärt, warum sich solche Weine noch halbwegs gut verkaufen. Ein bestimmtes lokalpatriotisches Publikum hat sich auf diesen Geschmack eingetrunken und an die Preise längst gewöhnt. Sie projizieren ihre Vorstellung der eigenen Wertigkeit auf ihre Lieblingsweine – Mensch und Wein gehören dann zum Besten dieser Welt.

Der 2009 Rheingau Riesling trocken ist der einfachste Wein des Mini-Weinguts von Eva Fricke, die tagsüber das 40 Hektar großes Spitzenweingut Leitz in Rüdesheim führt. Doch nichts an diesem Wein ist einfach. Schon der Duft nach Zitrone, Pfirsich und Maracuja mit zartem Hefeton ist vielschichtig, und im Geschmack ist er außergewöhnlich fein und elegant für einen Rheingauer Riesling dieser Preisklasse. Von Rhein-Main-Snobismus keine Spur.

Wer es wirklich wissen will und sich nicht vor den Kosten scheut, blecht 22 Euro für den 2009 Seligmacher Riesling von Eva Fricke. Der führt diese Weinstilistik zur Vollendung; ein großartiger und hochindividueller Rheingauer Wein.

Weingut Eva Fricke
Suttonstraße 14
65399 Kiedrich/Rheingau

Tel.: 0179 / 7 35 32 12
E-Mail: eva@evafricke.com
Internet: www.evafricke.com

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Wein des Monats Juli 2010

2009 Silvaner trocken
€ 5,40 von Weingut Klostermühle Odernheim

Überall auf Planet Wein wird die arme Silvaner-Traube systematisch unterschätzt und als Bürger zweiter Klasse eingestuft, der bestenfalls „recht interessante“ Weine hervorbringt, die aber nie die Klasse von Riesling erreichen. Dieser Silvaner aus alten Reben, die auf Schiefer wachsen, ist schlank und rassig mit einem ausgeprägten mineralischen Ton. Aber weil er „nur“ ein Silvaner aus einer unbekannten Ecke der Nahe ist, ist der Preis absurd billig für die Qualität !

Der Wein ist mir vor wenigen Tagen beim „Wein Lab 7“ in Hammers Weinkostbar in der Körtestraße 20/Berlin-Kreuzberg (www.hammers-wein.de) aufgefallen. Das Thema lautete trockene Weine der weißen Burgundersorten und Silvaner aus 2009, und die Verkostung war an sich ein Sieg für Silvaner. Dieser Wein folgte schnell nach dem wesentlich fruchtiger und runder wirkenden 2009 Silvaner trocken von Weingut Wittmann in Westhofen/Rheinhessen (www.wittmannweingut.com). Es war ein überzeugendes Beispiel dafür, wie gut Silvaner „Terroir“ widerspiegeln kann. Philipp Wittmanns Silvaner ist deutlich wärmer und auf schwereren Böden (Tonmergel und Löss) gewachsen. Obwohl er weniger Alkohol als der Nahe-Wein hat, schmeckte er deutlich körperreicher.

Das Weingut Klostermühle wird häufig nach ihren sehr schlanken, recht säurebetonten Rieslingen bewertet, weil Riesling als erstklassiger Bürger auf Planet Wein gilt und die Nahe viele Riesling-Stars hat. Drei Viertel der 13 Hektar Weinberge des Guts sind aber mit roten und weißen Burgundersorten plus ein wenig Silvaner bepflanzt. Sie geben gute und manchmal beeindruckende Still- und Schaumweine die (auch von Stuart Pigott) zu wenig Beachtung finden.

Weingut Klostermühle Odernheim
Am Disibodenberg
555712 Odernheim/Nahe

Tel.: 06755 / 3 19
E-Mail: mail@claretum.de
Internet: www.claretum.de

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Wein des Monats – Juni 2010

Auxerrois Kabinett trocken
Auxerrois Kabinett trocken, € 7,50 von Weingut der Stadt Lahr

Sollten allen Ernstes tolle Weine aus Lahr, der Geburtstadt der Rothändle-Zigaretten, kommen? Tatsächlich wachsen in dieser völlig unterschätzten Ecke des Breisgaus strahlende trockene Weißweine mit einer kühlen Traubigkeit, die geschmacklich Lichtjahren entfernt von der recht üppigen badischen Norm liegen. Nichts gegen die vollmundigen, sonnenverwöhnten Weißweine Südbadens – aber erfrischende Sommerweine sind sie nicht, wenn sie 13,5% oder noch mehr Alkoholgehalt aufweisen. Dann muss ich definitiv warten, bis der Herbst kommt, um Trinkspaß dabei zu haben.

Mit seinem vollreifen Birnenaroma, einer herrlichen Saftigkeit und eleganten mineralischen Frische ist Markus Wöhrles 2009 Auxerrois zugleich superlebendig und vielschichtig, ja fast absurd komplex für dieses Preisniveau. Mit 12,5% Alkoholgehalt ist er auch im Kontext des Jahrgangs, und die Burgunder-Rebsorten sind wahre Leichtgewichte, genau wie der überraschend schlanke aber vollreif schmeckende 2009 Grauburgunder Kabinett trocken des Guts. Wöhrles 2009 Riesling Kabinett trocken ist dank seiner Duftigkeit und brillante Säure auch ein richtige Ausnahmewein für Südbaden. Der sympathische, noch junge Winzer hat ein Händchen für diese Kategorie!

Wo hat er das her? Markus Wöhrle hätte der neue Verwalter des berühmten Weinguts Müller-Catoir in Neusadt-Haardt/Pfalz werden können, hat aber auf die Ehre, der Nachfolger des legendären Hans-Günther Schwarz zu werden, zu Gunsten seines Familienweinguts verzichtet. Das ist ein Glück für Lahr, für den Breisgau, aber auch für uns!

Weingut der Stadt Lahr
Weinbergstraße 3
D-77933 Lahr

Tel.: 0 78 21/2 53 32
E-Mail: info@weingut-stad-lahr.de
Internet: www.weingut-stadt-lahr.de

Weingut: Weingut der Stadt Lahr

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Wein des Monats – Mai 2010

Riesling trocken
Frauenberg Riesling trocken „S“, € 6,50 von Weingut Göhring

Großartig, überragend, sensationell, atemberaubend…so werden die besten trockenen Rieslinge des neuen Jahrgangs bereits von Kritikern, Sommeliers und Weinhändlern beschrieben, obwohl viele dieser Weine noch deutlich zu unentwickelt sind (starke hefige Noten, Flaschenkrankheit), um mir heute abend Trinkspaß zu bereiten. Klar, manche Weine von namhaften Erzeugern muß man bald kaufen, wenn man sie in den Keller legen möchte, aber das ist eine ganz andere Frage. Hier beim Wein des Monats geht es um Trinkspaß statt darum, welcher Wein nach 30 Sekunden im Mund und dann ausgespuckt den größten Bums macht.

Der vergnüglichste und zugleich beeindruckendste trockene 2009 Riesling, dem ich bisher begegnet bin, ist der Frauenberg Riesling „S“ von Arno Göhring, einem der wichtigsten Aufsteiger unter den rheinhessischen Jungwinzern. Statt 2009 aufs Maximum zu zielen und ein Monster nach Art der Grossen Gewächse zu erzeugen, hat Göhring sich für einen Lustwein entschieden. Das ist ihm bestens gelungen. Pfirsich- und Zitrusaromen strömen aus dem Glas, der Wein ist voll und saftig, hat aber auch animierende Kohlensäure und mineralische Säure, die ihn unwiderstehlich machen. Von Opulenz, geschweige denn Fettleibigkeit keine Spur.

Meist ist junger trockener Riesling nichts für Spargel, aber dieser Wein hat genug Fülle und dazu eine geschmacklich bereits bestens eingebundene Säure dafür. Aus meiner Sicht ist die ideale Kombination gebratener Spargel (in 3 bis 5 Zentimeter lange, schräge Stücke schneiden, dann langsam in einer Mischung aus Butter und Öl braten, bis er goldgelb wird und anfängt zu karamelisieren). Und dann braucht man nichts außer guter Laune.

Weingut Göhring
Alzeyer Straße 60
67592 Flörsheim-Dalsheim

Tel.: 06243 / 408
E-Mail: info@weingut-goehring.de

Weingut: Weingut Göhring

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Wein des Monats – April 2010

Weißwein Cuvée
2009 „Sommerzeit“ trocken/Weißwein Cuvée und Spätburgunder Rosé, je € 5,50 von Weingut Kranz in Ilbesheim/Pfalz

„Gute Nachrichten, schlechte Nachrichten, wer weiss“, sagt ein uralter chinesischer Spruch. Daran musste ich auf der ProWein Messe Ende März in Düsseldorf denken. Die ProWein ist für mich eine geniale Gelegenheit, zahlreiche Weine des neuen Jahrgangs zu probieren, aber auch eine zermürbende Verkostungsmühle, die mich völlig fertig macht. Jedes Mal frage ich mich, ob es die Strapaze wert ist, habe aber auch dieses Jahr wieder einige wichtige Erkenntnisse dadurch gewonnen.

Die erste und fundamentalste davon ist, dass die 2009er Weine typischerweise etwa ein Prozent höher im Alkohol liegen als vergleichbare Gewächse aus 2008. Dieser Alkohol wird typischerweise von satten, reifen Fruchtaromen und großer Saftigkeit begleitet; die meisten 2009er sind leicht zu verstehen und leicht zu mögen. Ja, nicht nur für Riesling, sondern auch für Silvaner and manchmal auch Weißburgunder und Grauburgunder ist es ein genialer Jahrgang mit verhältnismäßig wenig Ausfällen (meist wegen zu betontem Alkohol).

Der „Sommerzeit“ von Boris Kranz ist ein prototypischer 2009 trockener Weißwein. Diese Cuvée aus Weißburgunder, Silvaner und Auxerrois hat reife Zitrus-, Birne- und Apfelnoten, ist sehr saftig mit dezentem Schmelz, während die Alkoholbremse erfolgreich bei 12,5 Prozent gezogen wurde. Der Wein ist bereits gut zu trinken, und rund genug, dass er beim kühlem Wetter auch Spaß machen wird. Außerdem wird er sicher zu Spargel sehr gut passen.

Wer es knackiger haben möchte, greift zum Pendant in Rosé aus Spätburgunder. Hier wurde der Wein bewusst (durch Ganztraubenpressung) noch schlanker und säurefrischer gehalten. Die strahlenden Himbeer-und Kirscharomen lassen ihn schon jetzt verführerisch erscheinen, aber bevor ich danach greife, möchte ich mindestens 20° C auf dem Thermometer sehen!

Weingut Kranz
Mörzheimer Straße 2
D-76831 Ilbesheim/Pfalz

Tel.: 0 63 41/93 92 06
Fax: 0 63 41/93 92 07
E-Mail: weingut-kranz@t-online.de
Internet: www.weingut-kranz.de

Weingut: Weingut Kranz

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