Category Archives: Wein des Monats@de

Weine des Monats März 2012

Christian Steitz & Michael Beck mit ihrem genialen Party-Wein auf der ProWein-Messe in Düsseldorf

WEISS: 2011 Grauburgunder trocken
Steitz & Beck
€ 4,99

Meiner Meinung nach ist der trockene Grauburgunder aus Rheinhessen, den Christian Steitz von Weingut Steitz in Stein-Bockenheim und Michael Beck von Weingut Beck in Stadecken-Elsheim (Beide in Rheinhessen) im Auftrag der REWE-Supermarkt-Kette erzeugen, eine der beste Preis-Leistungen im deutschen Supermarktregal. Mit seinem ansprechenden Duft nach Melone, der verspielt-lebendigen Art und feinen Kohlensäure schmeckt der 2011 leichter als sein tatsächlicher 12,5% Alkoholgehalt. Und es gibt ganz 200.000 Flaschen von diesem optimalen Party-Wein!

€4,99 von
REWE Supermärkte

Rainer Wachtstetter und seinen guten "Felix" auf der ProWein-Messe in Düsseldorf

ROT: 2009 „Felix“ Lemberger
Weingut Wachtstetter

Sicherlich fragen sich jetzt manche von Ihnen, wer zum Teufel Rainer Wachtstetter ist und ob ein Rotwein aus Württemberg wirklich so empfehlenswert sein kann, aber es handelt sich um ein seltenes Schnäppchen unter den guten Rotweinen der Welt. Rainer Wachtstetter arbeitet seit über einem Jahrzehnt an der Perfektionierung seiner Rotweine aus der Lemberger-Traube (in Österreich als Blaufränkisch und in ihrer ungarischen Heimat als Kékfrankos bekannt). Das Ergebnis ist ein mittelgewichtiger trockene Rotwein mit sanften Gerbstoffen, der nach Holunder, Pflaumen, Backgewürzen und Blüten duftet. Wo ist mein Glas?

2009 „Felix“ Lemberger von
Weingut  Wachtstetter
Michelbacher Straße 8
74397 Pfaffenhofen
Tel: (49) / 0 7046 329

Email: info@wachtstetter.de
Web: www.wachtstetter.de

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Wein des Monats Januar 2012 (für Weinwunder Deutschland siehe weiter unten!)

Ein erste Vorgeschmack von der Reife und Kraft des 2011s !

2011 Scheurebe feinherb

Weingut Sinß

€ 5,80

Der Wein des Monats kommt diesmal einige Tage verspätet, weil ich unbedingt einen 2011er finden wollte, der weder ein kleines Weinchen noch viel zu jung zum trinken ist. Auf der einen Seite ist es viel zu früh für die wahren Spitzenweine des Jahrgangs, die erst in einigen (oder sogar vielen) Monaten abgefüllt werden, auf der anderen Seite wurden einige Weine bereits auf die Flasche gezogen wurden, aus dem schlichten Grund, weil der Erzeuger sonst ausverkauft wäre (was aber allermeistens nicht optimal für die Weinqualität ist). Aber wie die 2011er Scheurebe von Johannes Sinß zeigt, gibt es einige abgefüllte 2011er, die durchaus dem Ruf des Jahrgangs als herausragend gerecht werden und schon trinkbar sind.

Trotz seiner Jugend hat der 24 jährige Johannes Sinß bereits sein Talent als Winemaker für günstige Weißweine mit richtig viel Charakter bewiesen. Scheurebe ist eine fast 100 jährige deutsche Kreuzung aus Riesling und Silvaner, deren Weine im Charakter zwischen Riesling und Sauvignon Blanc liegen. Mir ist eine trockene „Scheu“ sogar sehr häufig lieber als Sauvignon Blanc. Mit Grapefruit und weißen Pfirsich-Aromen sowie lebhafter Säure neigt diese Scheu mehr in die Riesling-Richtung. Zusammen mit einem Hauch von unvergorenem Traubenzucker führt das zu einer schönen Saftigkeit, aber der Wein hat auch viel Reife und Kraft.

Genau das sind die typischen Merkmale der gelungenen 2011er, und Sie werden während der nächsten Monate viel mehr zu diesem Thema an dieser Stelle lesen. Auch werden Sie viel über den Wirbel erfahren, der um den zweifelsohne beeindruckenden Jahrgang 2011 schon am ersten Tag der Lese gemacht wurde. In einem Jahr könnte man ein ganzes Buch zu diesem Thema schreiben, und genau das werde ich möglicherweise tun.

€5,80 von

Weingut Sinß

Hauptstrasse 18

55452 Windesheim/Nahe

Tel: 06707 2 53

Email: rudolf.sinss@t-online.de

Web: www.weingut-sinss.de

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Wein des Monats Dezember 2011

 

Unwiderstehlich leicht und rot!

2010 Portugieser „Premium“

Weingut Wassmann

€ 8,50

Es gibt eine große Nachfrage nach leichten aber charaktervollen Rotweinen, aber kaum solche Weine im Markt. Meistens sind leichte Rotweine billig, eindimensional und falls sie aus Übersee stammen, werden sie häufig mit Traubenmostkonzentrat gesüßt, um ihre Schwächen zu vertuschen – die Liebfraumilch unserer Zeit. Um ehrlich zu sein: ich finde, die Mehrheit dieser „Gewächse“ schmecken gruselig. Rotweine beziehen einen beachtlichen Teil ihres Charakters aus den natürlichen Gerbstoffen, die während der Gärung aus den Trauben extrahiert werden. Und mit geschmacklich interessanten Menge davon im Wein neigt dieser dazu schwer zu wirken. Einen richtig guten leichten Rotwein zu erzeugen ist so schwierig, wie die Nordwand des Eigers mit einem Hand auf den Rücken gebunden zu besteigen!

Der 2010 Portugieser „Premium“ von Ralf Wassmann und Susann Hanauer aus ihrem kleinen Bio-Weingut in Villány im Süden Ungarns ist ein seltener Volltreffer in dieser Stilrichtung. Das beginnt mit dem hinreißenden Duft nach reifen Himbeeren. Darauf folgt eine geniale Harmonie von saftiger Frucht, großartiger Frische und sanftherben Gerbstoffen. Der Wein ist all das, was Beaujolais sein sollte, aber quasi nie ist. Man braucht nur den Kork zu ziehen und zu trinken (mit oder ohne Essen). Wahrscheinlich werden Sie staunen, wie schnell die Flasche leer ist. Und die Preis-Leistung ist spitze.

Übrigens: Horst Hummel, bei dem man diesen Wein bestellen kann, ist kein normaler Weinhändler. Bitte seien Sie bei der Lieferung ein wenig geduldig. Mehr über ihn kann man hier unter Berlin Wine People lesen.

€ 8,50

von Horst Hummel

Villány – Berlin

Email: hh@weingut-hummel.com

Siehe auch: www.weingut-wassmann.com

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Wein des Monats Oktober 2011

Rotwein-Frische und Rotwein-Wärem aus dem portugiesischen Douro-Tal

2009 Excomungado

Quinta de Vale de Pios

€ 6,90

Ja, der Name des Weins bedeutet tatsächlich exkommuniziert in Portugiesisch und ist ein sicherer Beweis dafür, dass nicht nur deutsche Jungwinzer wie Christian Stahl von Winzerhof Stahl in Auernhofen/Franken, der seine blitzig trockene 2009 Scheurebe „[rauschgift]“ nannte, Weine mit ungewöhnlichen und überraschenden Namen versehen. Aber das Wichtigste in beiden Fällen ist die Kombination von tollem Geschmack und innovativer Stilistik einerseits und gewagtem Namen andererseits. In diesem Fall bezieht sich der Name auf die Tatsache, dass der Wein von der Eiche exkommuniziert, also befreit wurde. Ich glaube, daß eine deutliche Mehrheit der im neuen Eichenfass ausgebauten Rotweine, unabhängig von Herkunftsland oder -region, mit weniger Holzaroma und -geschmack besser schmecken würden. Wenn ich ein Negativbeispiel nach dem anderen begegne (keine Seltenheit), dann kommt es mir oft vor, als sei die gesamte Welt des Rotweins von Eiche dominiert. Das macht es wunderbar erfrischend, auf einen Roten zu stoßen, der diese Problematik durch die Lagerung im Edelstahltank radikal umgeht. Aus meiner Sicht ist so ein Stahltank eine großartige Kellertechnologie mit unverdientem Negativimage durch die vielen dürftigen Weine, die darin entstehen, sowie die gegenwärtige Besessenheit mit Amphoren und sogenannten vins naturels. Hier handelt es sich um einen Lust-Wein mit enorm frischen Aromen nach vielerlei roten Beeren und Kräutern. Der Geschmack ist wesentlich leichter, spannender und belebender, als ich von einem Rotwein mit 13,5% Alkoholgehalt erwarte. Ein dünne, gerbstofflose Beaujolais-Ersatz ist er auch gar nicht. Mir sagt er TRINK MICH!

€6,90 von

Rosário & Prange

Hermeskeiler Platz 2

50935 Köln

Tel.: 0221 / 96 43 49 88

Email: rosario-prange@web.de

Web: www.rosario-prange.de

WEGEN  DREHARBEITEN GIBT ES BIS MITTE OKTOBER EINE SENDEPAUSE

aber dann geht es weiter mit der [yellow tail] Sage Episode 5

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Wein des Monats August 2011

Unglaublich: dieser coole Riesling wächst in Weinbergen oberhalb von Daimler-Benz-Gelände in Stuttgart!

2010 Riesling trocken *

Weinmanufaktur Untertürkheim

€ 8,-

Oft bin ich auf der Suche nach aufregenden neuen Weinen, die bewußtseinserweiternde Geschmackserlebnisse bieten, aber gleichzeitig versuche ich auch immer tolle Weine zu finden, die nicht viel Geld kosten. Beides ist aus dem Jahrgang 2010 beim trockenen deutschen Riesling nicht so einfach zu finden, was an dem sehr hohen Säuregehalt der Trauben bei der Lese liegt. Daran musste auf dem einen oder anderen Weg im Keller gearbeitet werden (Geduld war das beste Mittel), sonst fielen die Weine zu einseitig oder schlichtweg untrinkbar aus. Anderseits gehört natürlich eine gewisse Säure unbedingt zum Riesling; ohne sie schmeckt der Wein weder animierend noch erfrischend. Der Riesling trocken * von der Weinmanufaktur Unteretürkheim ist ein selbstbewußt säurebetonter trockener Riesling mit wunderbaren Zitrus- und Apfelaromen, sowie einer saftigen und herrlich erfrischenden Art; kein Wein zum Nachdenken, sondern zum Zechen. Wer einen Riesling mit sanfterer Säure und vielschichtigeren Aromen vorzieht, dem sei der Riesling trocken ** für 10,31 Euro die Flasche von der Weinmanufaktur stark empfohlen. Der nach Pfirsich, Melone und Minze duftende Wein hat für diesen Preis eine beachtliche Kraft und bleibt lange am Gaumen haften. Schon letztes Jahr hat die Weinmanufaktur mit ihren 2009 Riesling-Weinen brilliert und bewiesen, dass auch Württemberg richtig tolle Weine aus der Parade-Weißweintraube Deutschlands erzeugt.

Weinmanufaktur Untertürkheim

Strümpfelbacher Straße 47

70327 Stuttgart-Untertürkheim

Tel.: 0711 / 3 36 38

Email: info@weinmanufaktur.de

Web: www.weinmanufaktur.de

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Wein des Monats Juli 2011

Reif-rassig-mineralisch, reif-rassig-mineralisch, reif-rassig-mineralisch...

2010 Schloss Schwabsburg Riesling trocken ***

Weingut Georg Gustav Huff

€ 9,-

Nierstein ist seit einem guten Jahrhundert berühmt für seine eleganten Rieslinge vom Roten Hang am linken Rheinufer südlich von Mainz. Es ist auch immer noch ein wenig berüchtigt wegen der Plörre, die Jahrzehnte lang unter der Großlagen-Bezeichung „Niersteiner Gutes Domtal“ vermarktet wurde. Das Zeug stammte weitgehend von außerhalb Niersteins und die Stadt hat gar keinen Dom, geschweige denn ein Domtal. Schwabsburg liegt direkt westlich von Nierstein, und Schloss Schwabsburg ist die unbekannteste der großartigen Steillagen am Roten Hang. Sie wäre gänzlich unbekannt, gäbe es nicht die zwei Huff-Weingüter in Schwabsburg (Fritz Ekkehard Huff wenige Häuser weiter ist das andere) Aufgrund der langanhaltenden und zum Teil heftigen Regenfälle im Spätsommer 2010 war es ein ziemlich schwieriger Jahrgang für Riesling auf sehr wasserhaltigen Böden, aber auf den steinigen und wasserdurchlässigen Rotliegenden-Böden des Roten Hangs (übrigens kein „Rotschiefer“ wie oft behauptet, sondern eine besondere Art von Sandstein) ging es die Rieslingreben viel besser. Der 2010 Schloss Schwabsburg Riesling trocken *** von Daniel Huff ist der vielleicht beste Wein, den der Jungwinzer bisher aus dieser Lage erzeugt hat. Mit seinem Duft nach kandierter Ananas und einer enorm spannenden Balance zwischen Reife und mineralischer Rasse elektrisiert er mich. Wegen des bescheidenen Rufs der Lage ist er mit 9 Euro auch ziemlich günstig für diese Qualität.

Weingut Georg Gustav Huff

Woogstrasse 1

55283 Nierstein-Schwabsburg/Rheinhessen

Tel.: 06133 / 5 05 14

Email: info@weingut-huff.com

Web: www.weingut-huff.com

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Wein des Monats Mai 2011

Der Sinß des Lebens nach Johannes

2009 Müller-Thurgau trocken

Weingut Sinß

8,-

Also im Launch-Monat von WEINHIER habe ich ein bescheidene Müller-Thurgau (die alte Name von Rivaner) zum Wein des Monats gewählt?! Habe ich alle Tassen nicht mehr im Schrank ? Bin ich schrecklich übermüdet oder habe ich Angst durch WEINHIER gleich bankrott zu gehen ? Unsinn. Dieser Wein is genauso so stimmig wie alldem Quatsch ist. Was macht ihn dann so toll ? Trotz die schweirige Witterung Ende letztes Sommer, dass alles andere als günstig für frühreifende Traubensorten wie Müller-Thurgau war ist dieser Wein mächtig gelungen. Viele weiße Früchte, ein hauch von Hollunderblüte, etwas Zitrus und enorme Frische ohne Säurespitze machen ihn perfekt zum Spargel oder Salat heute Abend. Sicherlich werden andere 2010er von Nahe Jungwinzer Johannes Sinß uns viel Gesprächsstoff die nächste Monate und Jahre bieten, aber bei diesem Wein geht es nur um Freude jetzt. Welche Argumente gibt es dagegen ?

Weingut Sinß

Hauptstraße 18

55452 Windesheim / Nahe

Tel.: 06707 / 2 53

E-mail: rudolf-sinss@t-online.de

Internet: www.weingut-sinss.de

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Wein des Monats April 2011

2009 Riesling trocken

Weingut Deutzerhof

8,-

Manche finden sie schrecklich und andere sind total begeistert, aber so oder so ist die deutsche Weinszene besessen mit den neuen 2010er Weine. Das kann ich verstehen. Wir Profis müssen uns jetzt schnell eine Meinung über den neuen Jahrgang bilden. Doch zum Trinken sind mir diese Weine fast alle zu rauh und roh, bzw. viel zu jung – mir geht es schon eindeutig ums Trinken. Das erklärt meine auf dem ersten Blick trotzig erscheinende Wahl für den Wein des Monats April 2011. Ein trockener 2009er Gutsriesling von der Ahr, wo Spätburgunder über 60% der Weinberge besetzt, ist durchaus ungewöhnlich , aber die Erklärung lautet ganz einfach Geschmack. Was Wolfgang Hehle vom Weingut Deutzerhof hier 2009 gelungen ist, übersteigt mit seiner brillanten Rasse, feinen Fruchtaromen (vor allem Zitrone und weißer Pfirsich) und eleganten Harmonie bei weitem das üblichen Niveau für Weine dieser Preiskategorie. Sehr lebendig aber auch wunderbar harmonisch schmeckt der Wein wie ein wesentlich teureres Gewächs eines Spitzenwinzers an der Mosel. Für alle, die nicht extrem säureempfindlich sind (und daher sowieso keinen Riesling trinken), handelt es sich um ein tolles Schnäppchen. Allerdings wird der Vorrat nicht sehr lange reichen, also ist Eile angesagt. Wer hingegen unbedingt 2010 auf dem Etikett sehen möchte, muss (noch) wo anders kaufen…

Weingut Deutzerhof

Deutzerwiese 2

53508 Mayschoss / Ahr

Tel.: 02643 / 72 64

E-mail: info@deutzerhof.de

Internet: www.deutzerhof.de

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Wein des Monats Februar 2011

2009 BREVA Riesling „Edition No.4“

BREVA e.V.

13,80

Warum ist dieser Wein des Monats so teuer ? 13,80 Euro die Flasche ist weitaus mehr als die Norm für die hier beschriebenen Weine. Aber vielleicht ist die richtige Frage, warum dieser Wein so günstig ist ? Was kosten, zum Beispiel, die trockenen weißen Spitzenweine des Burgunds ? Um eine Flasche Grand Cru Montrachet aus gutem Winzerhaus zu kaufen reichen häufig nicht einmal 138,- Euro und der teuerste aller Weine aus dieser Spitzenlage (von Domaine de la Romanée Conti) kostet nochmals fast das Zehnfache ! Der Grund dafür ist nicht, dass diese Weine wahnsinnig teuer in der Herstellung wären, sondern dass die Lage einen enormen Ruf besitzt, was für eine immense Nachfrage sorgt, wobei die erzeugten Mengen ziemlich klein sind. Es sorgt also die Kombination von Weltruhm und simplen Marktgesetzen für diese schwindelerregenden Preise. Aber zurück zum Wein des Monats, dem BREVA „Edition No. 4“, ein trockener Riesling aus dem Valwiger Herrenberg, einer schwindelerregend steilen Spitzenlage an der Terrassenmosel. Da ist die Erzeugung von hochwertigen Weinen wesentlich teurer als im Grand Cru Montrachet, weil es sich fast nur um Handarbeit handelt. Hier sind die Erträge auch gering, aber es fehlt der Ruf, und daher ist die Vermarktung unendlich viel schwieriger. Auch ich habe einmal (es ist recht lange her) bei der Erwähnung des Valwiger Herrenberg gefragt, „wo ist das ?“ und eigentlich „was ist das ?“ gemeint. Der BREVA Wein & Weg Verein versucht dieses Problem zu lösen. Zusammen haben die Mitglieder einen 3,1 Kilometer langen Wanderweg (mit Stufen und Seilen an den schwierigen Stellen) durch die felsige Landschaft des Bergs angelegt und erzeugen seit 2006 jedes Jahr einen beispielhaften Wein. Ihr 2009 ist der beste bisher, ein geschmeidiger und eleganter trockener Riesling, der nach weißem Pfirsich und Blüten duftet. Wenn sich dieser Mindestpreis für erstklassige Rieslinge aus dem Valwiger Herrenberg nicht durchsetzt, dann wird diese Spitzenlage sterben, wie so viele unbekannte Steillagen an der Mosel. Übrigens, der Grand Cru Montrachet sieht ganz nett aus, der Valwiger Herrenberg hingegen ist ein richtiger Knüller.

Quelle: Weingut Göbel-Schleyer-Erben
Klosterstraße 12
56814 Ernst/Mosel
Tel.: 02671 / 74 44
E-Mail: weingut@goebel-schleyer.com
Internet: www.brevaweinundweg.de
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Wein des Monats Januar 2011


2009 Grüner Silvaner trocken „S“

Weingut Espenhof

6,90

In der letzten Zeit habe ich immer wieder darauf beharrt, dass solider deutscher Wein ab etwa 2,50 Euro die Flasche ab Hof zu haben ist und wurde dafür häufig von Weinfreunden angegriffen. Erst bei 5 Euro gibt es trinkbare Wein, haben viele vehement behauptet. Aus meiner Sicht ist es durchaus möglich, gute Alltagsweine für 2,50 Euro die Flasche zu verkaufen, so lange sie auf recht flachem Gelände mit wasserhaltigen Böden wachsen und die Weinbergspflege komplett mechanisiert ist. Für 5 plus Euro die Flasche erwarte ich nicht nur einen sauberen und harmonischen Wein, sondern einen mit Substanz, Charakter und Ausdruck wie Nico Espenschieds 2009 Grüner Silvaner trocken „S“.

Nico Espenschied habe ich während meiner Zeit als Gasthörer auf der FH für Weinbau in Geisenheim/Rheingau kennengelernt, wo er gerade dabei ist, sein Studium zu vollenden. Er ist ein klassisches Beispiel, wie Geisenheim für neue Impulse in Rheinhessen auf der gegenüberliegenden Rheinseite sorgt. Bei ihm mischt sich dieses Fachwissen mit einem Jimi-Hendrix-Geist und führte 2009 – der erste Jahrgang, für den er im Keller des Familienguts verantwortlich war – zu einer ganzen Reihe beachtlicher trockener Weißweine, die alle vor Leben förmlich pulsieren. Daher hat Nico gut lachen. Mehr davon in der 5. Folge von WEINWUNDER DEUTSCHLAND, meiner TV-Serie in BR3 (auch auf www.br-online.de) um 16:30 Uhr am Sonntag, den 2. Januar.

Was begeistert mich besonders an diesem Wein ? Vorn auf der Zunge ist er voll, vielschichtig und cremig, aber er endet frisch und herb mit einer zitronigen Frische. Ein toller Winterweißwein !

Weingut Espenhof
Hauptstraße 81
55237 Flonheim-Uffhofen
Tel.: 06734 / 9 40 40
E-Mail: weingut@espenhof.de
Internet: www.espenhof.de
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